Ein Forschungsaufenthalt in Deutschland bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Argentinien viele Möglichkeiten: internationale Zusammenarbeit, Zugang zu renommierten Forschungseinrichtungen und neue berufliche Perspektiven.
Damit der Start in Deutschland möglichst reibungslos gelingt, sollten einige wichtige Fragen bereits vor der Abreise geklärt werden. Dazu gehören vor allem die Einreisebestimmungen, eine passende Krankenversicherung und die Vorbereitung wichtiger Dokumente.
Auch die Unterschiede zwischen dem argentinischen und dem deutschen Gesundheitssystem spielen dabei eine wichtige Rolle.
1. Visum und Aufenthaltsstatus rechtzeitig klären
Welche Einreisebestimmungen gelten, hängt von der Dauer und dem Zweck des Forschungsaufenthalts ab.
Argentinische Staatsangehörige können für bestimmte Kurzaufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen visumfrei nach Deutschland einreisen.
Für längere Aufenthalte wird ein entsprechender Aufenthaltstitel benötigt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieser auch nach der Einreise in Deutschland beantragt werden.
Vor der Abreise sollten deshalb folgende Fragen geklärt werden:
- Wie lange dauert der Forschungsaufenthalt?
- Erfolgt die Forschung im Rahmen eines Stipendiums oder eines Arbeitsvertrags?
- Welche Einreise- und Aufenthaltsdokumente werden benötigt?
- Welche Nachweise verlangt die deutsche Forschungseinrichtung?
Aktuelle Informationen bietet die Deutsche Botschaft in Buenos Aires.
2. Krankenversicherung vor der Einreise organisieren
In Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Für internationale Forschende ist dies besonders wichtig, da ein Versicherungsnachweis häufig bereits für das Visum oder die Aufnahme an einer Forschungseinrichtung benötigt wird.
Stipendiatinnen, Stipendiaten und Gastwissenschaftler sind nicht automatisch über einen deutschen Arbeitgeber gesetzlich krankenversichert. Welche Versicherung geeignet ist, hängt insbesondere von der Aufenthaltsdauer, der Finanzierung und dem persönlichen Status ab.
Welche Krankenversicherung bietet IHC-Company?
IHC-Company bietet speziell auf internationale Forschende zugeschnittene Versicherungslösungen:
- ISHCP – International Science HealthCare Plan: Für befristete Forschungsaufenthalte von bis zu vier Jahren, insbesondere für Stipendiaten und Gastwissenschaftler.
- ISHCP-STT – Short Term Travel HealthCare Plan: Für kurzfristige Aufenthalte von bis zu 92 Tagen.
- FlexMed Global Impat – Krankenversicherung von AXA: Für internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten, die von einer in Deutschland ansässigen Stipendien- oder Forschungsförderorganisation, beispielsweise der Max-Planck-Gesellschaft oder der Alexander von Humboldt-Stiftung, gefördert werden. Der Tarif bietet privaten Krankenversicherungsschutz für Aufenthalte von bis zu fünf Jahren und kann auch begleitende Familienangehörige einschließen.
Ob ein Tarif geeignet ist, richtet sich nach den jeweiligen Aufnahmevoraussetzungen und Versicherungsbedingungen. Insbesondere mögliche Ausschlüsse bei Vorerkrankungen sollten vor Vertragsabschluss berücksichtigt werden.
Weitere Informationen bietet unser Blogbeitrag „Für Aufenthalte bis zu 92 Tagen: Krankenversicherung für internationale Studierende und Forschende“.
3. Gesundheitssystem in Argentinien und Deutschland: Die wichtigsten Unterschiede
Wer aus Argentinien nach Deutschland kommt, wird einige Unterschiede im Gesundheitssystem feststellen. Diese betreffen vor allem den Versicherungsschutz, Arztbesuche und die Abrechnung medizinischer Leistungen.
Krankenversicherung und Kostenübernahme
In Argentinien besteht das Gesundheitssystem aus einer öffentlichen Gesundheitsversorgung, den sogenannten Obras Sociales (beitragsfinanzierte Krankenversicherungen) und privaten Krankenversicherungen, den Prepagas.
In Deutschland wird zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung unterschieden. Welche Versicherungsform infrage kommt, hängt unter anderem vom Beschäftigungsstatus ab.
Wichtig für Forschende: Eine argentinische Krankenversicherung bietet nicht automatisch den in Deutschland erforderlichen Versicherungsschutz. Dies sollte unbedingt vor der Abreise geprüft werden.
Arztbesuche und Abrechnung
In Deutschland ist die Hausarztpraxis häufig die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden. Für Facharztbesuche sind meist Termine erforderlich.
Während gesetzlich Versicherte viele Leistungen direkt über ihre Gesundheitskarte abrechnen, müssen privat Versicherte Rechnungen je nach Tarif zunächst selbst bezahlen und anschließend bei ihrer Versicherung einreichen.
Für Forschende mit einer befristeten privaten Krankenversicherung ist es deshalb wichtig, die Regelungen zur Kostenübernahme und Erstattung zu kennen.
Medikamente und Rezepte
Auch bei Medikamenten gibt es Unterschiede. In Deutschland sind zahlreiche Arzneimittel verschreibungspflichtig und dürfen nur gegen ein ärztliches Rezept abgegeben werden.
Zudem können Medikamente andere Handelsnamen als in Argentinien haben. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte deshalb die Wirkstoffnamen und Dosierungen dokumentieren und sich vor der Abreise über die Verfügbarkeit in Deutschland informieren.
Weitere Hinweise zu Arztbesuchen und medizinischen Leistungen finden Sie in unserem Beitrag „Was tun bei einer Krankheit im Ausland? Wichtige Schritte für internationale Studierende, Stipendiat und Gastwissenschaftler in Deutschland“.
4. Wichtige Dokumente und gesundheitliche Vorbereitung
Neben dem Visum und der Krankenversicherung sollten Forschende aus Argentinien wichtige Unterlagen rechtzeitig zusammenstellen.
Dazu gehören insbesondere:
- Gültiger Reisepass
- Einladung oder Aufnahmevereinbarung der deutschen Forschungseinrichtung
- Stipendienbescheid oder Arbeitsvertrag
- Nachweis über die Finanzierung des Aufenthalts
- Krankenversicherungsnachweis
- Akademische Zeugnisse und Qualifikationsnachweise
- Medizinische Unterlagen, Impfpass und gegebenenfalls ärztliche Bescheinigungen
Je nach Verfahren können beglaubigte Übersetzungen oder Apostillen erforderlich sein.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder bestehende Erkrankungen hat, sollte außerdem rechtzeitig mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sowie der Krankenversicherung klären, was während des Auslandsaufenthalts zu beachten ist.
5. Unterkunft und Ankunft in Deutschland planen
Auch die ersten organisatorischen Schritte in Deutschland lassen sich bereits von Argentinien aus vorbereiten.
Viele Universitäten und Forschungseinrichtungen unterstützen internationale Forschende über ihre International Offices oder Welcome Center bei der Wohnungssuche und bei behördlichen Fragen.
Vor der Abreise empfiehlt es sich, folgende Punkte zu klären:
- Unterkunft für die ersten Wochen
- Wohnsitzanmeldung in Deutschland
- Erforderliche Behördentermine
- Eröffnung eines Bankkontos
- Ansprechpartner an der Forschungseinrichtung
Gerade in größeren Universitätsstädten kann die Wohnungssuche einige Zeit beanspruchen. Eine frühzeitige Planung erleichtert deshalb den Einstieg.
Gut vorbereitet in den Forschungsaufenthalt starten
Ein Forschungsaufenthalt in Deutschland beginnt bereits mit der Vorbereitung in Argentinien.
Wer sich frühzeitig um Visum, Dokumente, Unterkunft und Krankenversicherung kümmert und die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Gesundheitssystemen kennt, schafft eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Aufenthalt.
IHC-Company unterstützt internationale Forschende dabei, den passenden Krankenversicherungsschutz für ihren Aufenthalt in Deutschland zu finden. Sprechen Sie uns gerne persönlich an.



























